Gründungszuschuss - Kürzung nun doch!

Kürzungen beim Gründungszuschuss kommen -  Ernüchterung für den Gründungsstandort Deutschland:

In der 47 Kw. hat der Vermittlungsausschuss erneut getagt. Im Streit um die geplanten Kürzungen beim Gründungszuschuss, die den Schwerpunkt des „Gesetzes zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt“ ausmachen, haben die Politiker keinen Kompromiss gefunden. Damit werden die dramatischen Kürzungen, welche der Bundestag bereits beschlossen und gegen die der Bundesrat Veto eingelegt hatte nun doch Realität. 

Konkret heißt das:
Das zur Verfügung stehende  jährliche Budget wird von 1,8 Milliarden Euro auf ca. 470   Millionen Euro gekürzt – das sind 74 % weniger!. 
Der Rechtsanspruch auf Gründungszuschuss wird abgeschafft, die Förderung wird zur Ermessensleistung der Arbeitsagentur.
Die entscheidende erste Phase des Gründungszuschusses (Förderung in Höhe des Arbeitslosengeldes I zuzüglich 300 Euro Zuschuss zur Sozialversicherung) wird von neun auf sechs Monate reduziert. Die zweite Förderphase (nur noch 300 Euro/Monat) wird  von von sechs  auf neun Monate verlängert.

Der am Tag der  Gründung erforderliche Restanspruch auf Arbeitslosengeld I beträgt künftig 150 Tage. 

Eines der erfolgreichsten Instrumente zur Integration von Menschen und Gründern in Wirtschaft und Arbeit wird somit  stark beschnitten.

Ob und inwieweit in den nächsten Jahren eine Überprüfung der Auswirkungen dazu stattfinden wird und eventuell wieder nachgebessert wird, bleibt abzuwarten.

Das neue Gesetz tritt wohl in der Adventszeit in Kraft  nachdem der Bundespräsident dieses unterzeichnet hat– somit verbleibt für Gründungswillige nur noch wenig Zeit, um ihre Selbständigkeit anzumelden und den Gründungszuschuss noch in seiner  bisherigen Form und Förderhöhe zu beantragen. 

Die nachfolgenden Tipps können Ihnen helfen auch künftig die Förderung zu erhalten oder Ihr Vorhaben erfolgreich umzusetzen::

1. Gute Vorbereitung und frühzeitige Vorbereitung – Teilnahme an einem Existenzgründerseminar

2. Erfahrene Gründungsberater suchen – diese helfen Ihnen nicht nur bei der Vorbereitung zur Gründung, sondern begleiten Sie von Anfang bis Ende

3.Überzeugen Sie mit einem vollständigen und aussagekräftigen Businessplan (u.a. mit Vorhabensbeschreibung, Zahlenteil, Marketing)

4.Gute Vorbereitung zur Vorsprache bei der Arbeitsagentur  - Überzeugen Sie mit Ihrer Persönlichkeit, Ihrer Motivation und Idee – vermeiden Sie formelle Fehler

5. Passen Sie Ihren Gründungszeitpunkt u.a. an die „Haushaltslage“ der Arbeitsagentur an- verbessern Sie Ihre Chancen solange Budget vorhanden ist. 

6. Wählen Sie die  richtige  fachkundige Stelle aus  - lassen Sie Ihren Businessplan von Fachexperten bearbeiten oder überprüfen – z.B. durch die Teilnahme am Businessplanwettbewerb Experten von BeMaS und dem Marcus prüfen Ihr Vorhaben!!

7. Sichern Sie sich Ihren erhöhten Kapitalbedarf z.B. durch Bankdarlehen  - u.a. unterstützen die örtlichen Sparkassen Existenzgründer mit Fördermitteldarlehen – aber auch hier gilt: Um so besser Ihr Plan und Ihre Vorbereitung, desto höher sind Ihre Chancen!

Geschrieben 11:06 am 26. November 2011

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